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Geschichte

1841

Der bayerische Braumeister Joseph Pfeffer gründet auf den Ausläufern des Höhenzugs Barnim vor den Toren der Stadt Berlin die erste Brauerei untergäriger Brauart auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Pankow.

Ab 1861

Während der ersten wilhelminischen Stadterweiterungen in der Gründerzeit werden die Fabrikanlagen wesentlich erweitert und zur gleichen Zeit die umliegenden Mietshäuser errichtet: 1861 übernehmen Schneider & Hillig die Brauerei, führen den Maschinenbetrieb ein und bauen die Lagerkellereien aus. Später entstehen unter der Firmierung »Brauerei Pfefferberg vormals Schneider & Hillig AG«. weitere neue Produktionsgebäude und repräsentative Restaurationsgebäude. Die Bezeichnung spiegelt wider, dass sich der Name Pfefferberg, der spätestens 1872 verwendet wird, inzwischen durchgesetzt hat.

Das Bier genießt einen hervorragenden Ruf; Produktion und Absatz steigen bis zu Begin des Ersten Weltkriegs kontinuierlich weiter an.

Ab 1919

Im Jahr 1919 übernimmt die Schultheiß AG die traditionsreiche Brauerei Pfefferberg und legt den Standort bald darauf still. Nach der Gründung von Groß-Berlin (1920) zieht ein Teil der Verwaltung des neuen, 1921 in Prenzlauer Berg umbenannt, auf den Pfefferberg, darunter auch der Bürgermeister. Gebäude am Biergarten werden für Restaurationszwecke verpachtet.

1921 geht das Gelände an die »Hoffmann-Schokolade-Kommanditgesellschaft auf Aktien«. Ab 1926 bestimmt die neugegründete »Pfefferberg Beteiligungsgesellschaft mbH«, an der u.a. die »Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren von Groß-Berlin e.G.mbH«Anteile hält, zunehmend die Aktivitäten auf dem Gelände.

So wird u.a. die »Germania-Brotbäckerei-Pfefferberg e.G.mbH« gegründet, die auch die Wehrmacht beliefert.Während des Zweiten Weltkriegs beschädigen Bomben mehrere Gebäude. Die ausgearbeiteten Pläne, auf dem Gelände Zwangsarbeiter in für militärische Zwecke zu beschäftigen, werden wahrscheinlich nicht realisiert. Die Tiefkeller dienen in den letzten Kriegstagen als Luftschutzbunker.

1946 bis Mitte der 1980er Jahre

Anfang1946 zieht die»Neues Deutschland« Druckerei und Verlag GmbH mit Druckerei, Fuhrpark, Verwaltung und Lehrwerkstätten auf den Pfefferberg, dessen Besitzer 1949 auf der Grundlage des »Gesetzes über die Einziehung von Vermögenswerten der Kriegsverbrecher und Naziaktivisten« enteignet werden. Als das Gelände 1950 in Volkseigentum überführt wird, wird die »Zentrale Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft mbH« (Zentrag) neuer Rechtsträger.

1973 übernimmt die Kommunale Wohnungsverwaltung Prenzlauer Berg die Rechtsträgerschaft und die Gebäude dienen weiter als Lager- und Büroflächen, Garage oder Werkstatträume. In den folgenden Jahrzehnten lassen sich verschiedene Betriebe auf dem Pfefferberg nieder und nutzen die Gebäude unter anderem als Lager. Die Poliklinik der Bauarbeiter eröffnet hier eine Außenstelle und eine Großküche versorgt die Beschäftigten.

1987/88

Uwe Salzl und Bertram Vandreike, Mitarbeiter des Instituts für Städtebau und Architektur der DDR, entwickeln im Auftrag des Magistrats ein Konzept für den Standort, das neben der Sanierung eine Nutzung für kulturelle und soziale Zwecke beinhaltet. Diese Idee löst vielfältige Aktivitäten.

Die Neunziger

Der 1990 gegründete Pfefferwerk Verein zur Förderung von Stadtkultur e.V. schärft gemeinsam mit der Kulturinitiative Förderband e.V. die Idee eines soziokulturelles Zentrums auf dem Gelände. Sie nutzen den Veranstaltungssaal, den Biergarten und weitere Häuser der ehemaligen Brauerei, die 1991 zum Denkmal erklärt wird. In Berlin und darüber hinaus erwirbt der Pfefferberg in den Folgejahren den Ruf eines interessanten Kulturstandorts.

Im Dezember 1999 erwirbt die gemeinnützige Pfefferwerk Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur, Tochtergesellschaft des Vereins, mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen des Landes Berlin die Immobilie von den beiden ideellen Eigentümern Land Berlin und Bundesrepublik Deutschland und bringt sie in die neugegründete Stiftung Pfefferwerk ein. Mit dem Ziel der umfassenden Sanierung und Erschließung des Geländes erteilt die Stiftung Pfefferwerk als Grundstückseigentümerin des der Pfefferberg Entwicklungs GmbH & Co. KG ein Erbbaurecht auf 99 Jahre. Die monatliche Pacht soll der Stiftung ermöglichen, ihre Stiftungszwecke zu verwirklichen, indem sie u.a. Projekte finanziell unterstützt.

2000 bis heute

2001 beginnt die Sanierung der 21 Gebäude des Pfefferbergs mit Entkernungsmaßnahmen. Im ehemaligen Heizhaus eröffnet im selben Jahr die Akira Ikeda Gallery Berlin.

Seit Ende 2002 können Interessenten, die sich im Rahmen des festgeschriebenen Nutzungskonzeptes auf dem Pfefferberg niederlassen wollen, bei der Pfefferberg Entwicklungs GmbH & Co. KG Teilerbbaurechte erwerben und den Ausbau ihrer Flächen selbst finanzieren.

Inzwischen sind die oberirdischen Flächen weitgehend hergestellt und die angestrebte Nutzungsmischung aus Kunst und Kultur, sozialen Angeboten und Dienstleistungen verwirklicht.

Auch die Geschäftsstellen der Stiftung Pfefferwerk und Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH haben auf dem Gelände ihren Sitz. Die Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH betreibt im Rahmen der Berufsausbildung junger Menschen den Veranstaltungsbereich in Haus 14 und das Restaurant »das pfeffer« einschließlich einem kleinen Bistro.

Mehr Informationen

Die Broschüre »Pfefferberg. Geschichte & Gegenwart einer ehemaligen Brauerei« gibt auf 80 Seiten mit vielen Fotos einen umfassenden Überblick über die spannende Geschichte des Geländes und seiner Gebäude bis hin zur gegenwärtigen Nutzung. Die Broschüre kann für zehn Euro erworben werden:

 

Stiftung Pfefferwerk
Margitte Haertel
Christinenstraße 18/19, 10119 Berlin
(Pfefferberg, Haus 10, 2. Obergeschoss)
Fon: (0)30. 67 30 54 54/-5
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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